Nahrungsmittel, ein Obdach sowie grundsätzliche Möglichkeiten, zu kochen und Krankheiten zu behandeln, Zeit zur Erholung, das sind Dinge, die unser, dein, Überleben sichern. Erweitert gehört dazu, dass dir keine dieser Dinge einfach so entzogen werden können, eine Sicherheit davon also.
Wir sprechen hierbei von extistenziellen Grundrechten. Grundrechte, die uns systemisch nicht zustehen, die privatisiert, in den Händen einiger Konzerne und Kapitalist*innen, liegen. Uns steht also kein Grundrecht zu, solange wir nicht arbeiten.
Arbeitszwang unter jeglichen Umständen
Indem uns die Last des Konsums von Lebensgütern auferlegt wird, werden wir dazu gezwungen, zu arbeiten. Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht dein, unser, Überleben sichert, sondern sichert, dass aus unserem Überleben Profite generiert werden können. Jeglicher Ansatz, uns, den Arbeiter*innen, mehr Mittel und Rechte zur Verfügung zu stellen, besteht in der bürgerlichen Gesellschaft nur dazu, den Konsum zu fördern, um wiederum mehr Gewinne für die Kapitalist*innen zu erwirtschaften.
Indem wir systemisch dazu gezwungen sind, für Unternehmen zu arbeiten, und der Staat heute darauf ausgelegt ist, genau dieses Machtsystem aufrecht zu erhalten, müssen wir, um jeden Preis, jegliche Form von Arbeit annehmen und ausführen. Auch, wenn sie weder erfüllend ist, noch ein Leben in Würde ausserhalb der Arbeitszeit ermöglicht.
Die Illusion des Wohlstandes für uns
In der Schweiz betrachten wir uns als privilegiert: Wir haben eine halbdirekte Demokratie, scheinen gute Sozialversicherungen zu haben, uns «verhungert» niemand. Wie trügerisch dieser scheinbare Wohlstand ist, zeigt sich jedoch überall:
Alleinerzeihende Eltern, die sich ins Burnout arbeiten, und sich ein Ausfall der Krankheit wegen nicht leisten können, Senior*innen, die auf Hilfe ihrer Kinder angewiesen sind, weil das System sie nicht unterstützt. Immobilieneigentümer*innen, die von der Wohnungsnot in Städten profitieren können, und zu überteuerten Preisen ihre Immobilien vermieten können. Wir müssen bei den Lebensmitteln sparen, um uns die Krankenkassenprämien leisten zu können, alle Lebenshaltungskosten steigen, währenddessen unsere Löhne stagnieren. Alles dient den Kapitalist*innen zu Profitsteigerung in Form von Gewinnen und der Steigerung von Aktienwerten.
Ein von Kapitalist*innen geschaffenes System, das den Kapitalist*innen dient.
Wir können uns die Kapitalist*innen nicht mehr leisten!
Die Kapitalist*innen kosten uns viel Geld – mit ihren Macht- und wirtschaftspolitischen Systemen schaffen sie es, ihren Status als herrschende Klasse aufrecht zu erhalten, währenddessen wir als Allgemeinheit ihnen Folge leisten müssen, um leben zu können. Abweichungen werden mit dem Entzug des Existenzrechtes bestraft. Eine Selbstkontrolle wird mit den Werkzeugen der Misogynie, des Rassismus und des Nationalstolzes gewährleistet, sie sichern, dass die Bevölkerung Kämpfe untereinander führt: Feminismus wird beispielsweise, in all seinen Facetten, automatisch und gnadenlos bekämpft, und diese Gegenkämpfe obsiegen immer. Und werden die kritischen Stimmen doch zu laut, und werden sie für das System zu gefährlich, kommt die direkt staatliche Repression zum Einsatz: Polizei und Militär, wie im Generalstreik. Daraus resultiert, dass uns alle Mittel zu einem freien Leben abgenommen werden. Aus der endlosen Gewinn- und Konsummaximierung auf einem endlichen Planeten werden uns letztlich auch die Möglichkeiten des Überlebens genommen!
Unter all diesen drastischen Aspekten ist es lächerlich, dass wir das zulassen: Wir sind die arbeitende Klasse, wir sind die 99% der Bevölkerung, und uns steht ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu! Anstatt also innerhalb des ausbeuterischen Systems Anpassungen vorzunehmen, die es in gewissen Teilen einschränkt, müssen wir uns dem Systemsturz widmen. Als Klasse der Arbeiter*innen müssen wir uns unsere Welt holen, damit wir nicht von den Mühlen des Bürger*innentums zermalmt werden!
Machtkampf – Klassenkampf
Die Kapitalist*innen, die hinter Konzernen und allen Formen von Wirtschaftsverbänden stehen, beuten uns aus. Sie haben ein Machtsystem geschaffen, das alle Formen von Machtstrukturen gegen unsere Rechte verwendet. Die Form der Demokratie, die wir leben, gesteuert von eben den Lobbys und rechtsextremen Nationalist*innen, die den Kapitalismus ermöglichen, sie dient der Legitimierung der Entscheidungen, die gegen uns gerichtet werden. Sie geben uns das Gefühl der Partizipation mit dem Wissen, dass sich am System grundsätzlich nichts ändern wird. Es ist ein stetiger Kampf der herrschenden Klasse gegen die arbeitende Klasse, und wir dulden die Ausbeutung. Und auch, wenn die Unterdrückung durch die zusätzlichen Formen der Oppression und Ausbeutung nicht überall gleich aussieht, sind wir dennoch gleichermassen Teil des einkalkulierten Systems. Wir alle sind im System gefangen, und wir sind erst frei, wenn alle frei sind.
Es ist Zeit, uns zu wehren. Wir haben ein Existenzrecht, wir haben ein Anrecht auf eine gerechte Gesellschaft, ganz ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Wir dürfen leben, frei und selbstbestimmt, uns stehen Grundrechte zu! Damit wir uns diese Grundsätze erkämpfen können, müssen wir uns zusammenschliessen und gemeinsam gegen die Machtsysteme kämpfen. Gemeinsam als Klasse der Arbeiter*innen, als das Proletariat.
Schliesse dich uns an, partizipiere am Kampf um deine, um unsere Rechte!
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Titelbild: «Make Capitalism History» von Wolfgang Sterneck, unter der Lizenz CC BY-NC-SA 2.0

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