Die Forderung nach einem selbstbestimmten, würdigen Leben für alle.
So lautet die Antwort, wenn sie denn einfach formuliert sein soll. Sie beinhaltet alles, wofür Menschen stehen, die «linke» Forderungen stellen: Eine klassenlose Gesellschaft, in welcher alle Personen gleichgestellt und glücklich sein können. Nicht mehr, nicht weniger.
Heute und in vergangener Zeit leben und lebten wir in Gesellschaftsformen, welche hierarchisiert sind. Einige wenige Personen haben Macht über das Weltgeschehen, währenddessen die Bevölkerung den Erhalt dieses Systems aufrecht erhalten sollten. Wo in Europa bis zuletzt der Adel über dem einfachen Volk stand, bestimmen heute Kapitalist*innen darüber, wie die Allgemeinheit ihnen dienen soll: Durch die Abschöpfung des Gewinnes aus der geleisteten Arbeit der Arbeiter*innen. Die herrschende Klasse wird dabei klassischerweise als «Bourgeoisie» bezeichnet, die Klasse der Arbeiter*innen als Proletariat.
Wer grosse Teile der Aktien von Konzernen besitzt und wer viele Immobilien hat, bestimmt darüber, wie viel Freiheit die Einzelpersonen in der Gesellschaft geniessen können. Das von Kapitalist*innen gesteuerte System setzt Geld voraus, um leben zu können. Anstatt solidarisch das Gut untereinander aufzuteilen und zu verbreiten, horten wir unser Eigentum und schützen es davor, dass es uns weggenommen wird. Einzig und allein zum Zweck, dass wir immer mehr konsumieren, um bei den Unternehmen Gewinne auszulösen, damit die Aktienwerte steigen und sich das Kapital mehrt.
So kommt es, dass sich die Kapitalist*innen immer mehr leisten können und immer mehr Macht erhalten, währenddessen die Arbeiter*innen mehr und mehr ausgebeutet werden. Damit sich die gesamte Gesellschaft nicht gegen die herrschende Klasse richtet, werden gewisse Wertvorstellungen gezielt aufrecht erhalten. Dazu gehört das Patriarchat und die Nationalität. Indem Feindbilder geschaffen werden und den Menschen Angst eingejagt wird, kann die Klasse der Arbeiter*innen gespalten werden: Es bilden sich Kämpfe innerhalb der Klasse.
Es ist deswegen ein zentrales Anliegen linker Menschen, Aufklärung zu betreiben, um die Feindseligkeiten gegenüber Mitmenschen aufzulösen. Nur gemeinsam lässt sich die Bourgeoisie angehen, nur gemeinsam haben wir die Möglichkeit dazu, tatsächlich basisdemokratische Gemeinschaften zu bilden, welche einander helfen. Nur, wenn nicht mehr «Mann» über «Frau» steht, nicht-weisse Hautfarbe nicht mehr zu Rassismus führt und Menschen mit Behinderungen nicht mehr als nutzlose Hindernisse betrachtet werden, können wir einen gemeinsamen Kampf für die Rechte aller gewinnen.
Und nur, wenn wir diesen Kampf gewinnen, können wir die nachhaltige Zerstörung unserer Erde, bzw. unserer Existenzgrundlage, durch den Kapitalismus abwenden. Die Klima- und Umweltzerstörung ist ein Kampf gegen das Proletariat, denn sie bekämpft das Recht auf ein würdiges Leben.
Klimaschutz, Feminismus, Antifaschismus, die Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung lassen sich zusammenfassen in einem Kampf gegen die herrschende Klasse. Wir gegen die da oben. Wir sind die Menschen, ohne uns gäbe es die nicht.
Wir fordern Menschenrechte. Das Recht darauf, selbstbestimmt ein würdiges Leben zu führen.
Titelbild: A hammer and a sickle by Andreas ***** on Unsplash

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