Im Alltagstrott lässt es sich einfach einreden, ein Zustand sei «normal».
Doch werden diese Normalitäten einmal genauer betrachtet, liegt die Feststellung nicht allzu fern, dass sie es gar nicht sein müssten.
Was ist normal, was soll und was darf als ’normal‘ gelten?

Politisches Desinteresse

Es ist völlig normal, dass dir Politik nicht so wichtig ist, denn die Gesellschaft ist darauf ausgelegt, dass die Menschen über ihren Konsum debattieren, statt dass sie sich um die Vorgänge der Welt kümmern.
Eine uninteressierte, uninformierte Allgemeinheit ist leichter zu beeinflussen, als eine gut informierte, interessierte Menschenmenge.
Doch wir leben in einem System, welches Menschen unterdrückt. Gewisse Menschen haben mehr Rechte, als andere, was durch Ausbeutung ermöglicht und durch Unterdrückung aufrechterhalten wird.

Frust

Es ist völlig normal, dass du frustriert bist. Krise um Krise, sei es Krieg, sei es eine Pandemie, sei es wirtschaftliche Instabilität, Inflation und der daraus resultierende Mangel an Geld. Sei es das Klima, die Diskriminierung, aus beliebigen Gründen.
In der heutigen Gesellschaft leben wir, um zu arbeiten. Wir leben, um zu funktionieren. Wir leben, damit sich letztlich irgendwelche Kapitalist*innen daran bereichern können. Wir funktionieren innerhalb des Systems, und wir folgen dem Ziel, Geld zu erarbeiten, um leben zu können. In der heutigen, westlichen, Welt ist das auch notwendig.
Und das ist unmenschlich. Bedürfnisse existieren, sie wollen und sollen gedeckt werden. Bei uns ist die Erfüllung dieser beinahe immer damit verbunden, dass irgendwo Menschen mit weniger Rechten ausgebeutet werden. Daraus resultiert Frust.

Unwissen

Es ist völlig normal, dass du diese Beobachtungen und Geschehen nicht so einfach einordnen kannst, dass der Zusammenhang der gesellschaftlichen Hierarchien nicht immer ersichtlich ist, und dass zu vielen Themen ein Haufen schwammiges Wissen besteht. Dass du nicht die Zeit hast, dich über alles aufzuklären, um alles zu kümmern und zu erkennen, das ist völlig verständlich und okay. Normal.

Aber sollte es normal sein?

Es ist ist doch absurd, dass du in einer Welt lebst, in der du funktionieren musst, in der du eine Ressource bist, die dazu dient, Multimilliardär*innen noch mehr Geld zu erarbeiten. Es sollte völlig unnormal sein, ausgebeutet zu werden und zu unterdrücken. Unterdrückt zu werden.
Es ist doch absurd, dass die Welt nicht besser ist, dass wir alle nicht darum kämpfen, sie besser zu machen. Ist es nicht absurd, dass wir nicht selbstbestimmt leben können, nicht frei in unseren Entscheidungen sind?
Die Ausbeutung, die Klimakatastrophe, das Patriarchat, Rassismus, das alles ist Resultat eines Klassensystems. Es ist eine künstlich geschaffene Realität.

Eine neue Normalität

Der Kampf für eine gerechte Welt ist einer für eine sozialistische Welt.
Feminismus, Antifaschismus, Antirassismus, Antikapitalismus. Sie alle sind Kämpfe für eine klassenlose Gesellschaft. Eine, in welcher Menschen miteinander und füreinander leben, Frieden herrscht und keine Ausbeutung stattfindet.
Viele Menschen teilen diese Forderungen, viele Menschen werden unterdrückt. Viele Menschen wollen eine Veränderung.
Gemeinsam können wir die Welt ändern!
Mit deiner Hilfe sind wir mehr!

Du musst nicht Akademiker*in sein, um Sozialist*in zu sein. Du musst nicht perfekt oder fehlerfrei sein, du musst nicht gleich alle Regeln und Formen kennen, um einen Gerechtigkeitssinn zu haben. Es reicht, nicht absichtlich auf Kosten anderer Menschen zu leben. Selbstverständlich ist es okay, normal zu sein. Denn wir sind die Arbeiter*innen!

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Titelbild: Ways of Thinking – Feudalism is very much alive von Judite B, Verwendung unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC 2.0 DEED


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