Die Firma Eternit, heute Swisspearl AG, und deren Aktionär*innen, Familie Hatschek und die Familie Czerwenka haben mit Faserzement Millionengewinne gemacht. Ihren Baustoffen wurde jahrzehntelang tonnenweise Asbest beigemischt, eine hochgiftige mikroskopisch feine Naturfaser, die bereits bei geringen Mengen Einnahme Lungenkrebs verursachen kann.

Davon am stärksten betroffen sind alle Arbeiter*innen, die bis 1989, als das Asbestverbot in der Schweiz erlassen wurde, mit diesem Baustoff täglich gearbeitet haben, darüber hinaus ist in vielen Bauten auch heute noch Asbest verbaut, der bei Renovationen und Sanierungen aus den Baustoffen gelöst und eingeatmet werden kann.

Jährlich sterben heute etwa 150 Menschen in der Schweiz an den Folgen davon, dass sie mit Asbest gearbeitet haben. Als feine Naturfaser mit starken bauhysikalischen Eigenschaften, die einer langfristigen Beständigkeit dient, wurde Asbest in unzähligen Baustoffen verbaut, darunter in Spritzstoffen, Fensterkitt, Klebstoffen, Dachwellenplatten, Wärmedämmplatten und Zement, aber auch in Textilien, bei denen Asbest ab den 1820er Jahren zum ersten Mal industriell verwendet wurden. Dieser Einsatz hatte unzählige Tode zur Folge, und die Vielfalt der Verwendung zeigt auch auf, wie viele Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Lebensweisen von den Schäden betroffen sind. Bereits um 1900 waren die Folgen von Asbest bekannt und wurden korrekt diagnostiziert, und in den 1940er wurde Lungenkrebs als Folge der Arbeit mit Asbest erstmals in einigen Staaten anerkannt. Trotzdem liessen Kapitalist*innen die Arbeiter*innen noch Jahrzehnte lang mit dieser hochgiftigen Faser Gewinne für sich erarbeiten, bis 1989 in der Schweiz endlich das Verbot erlassen wurde und 1990 schliesslich durchgesetzt wurde.

90 Jahre lang also wussten Konzerne, deren Kapitalist*innen und wiederum deren Parlamente und politischen Institutionen von den Gefahren, die von Asbest ausgehen, und liessen uns Arbeiter*innen trotzdem mit diesem arbeiten und überliessen uns den tödlichen Folgen von Mesotheliom, der Sorte von Lungenkrebs, die von Asbestfasern verursacht wird. Millionen und Millarden haben wir Arbeiter*innen für die Kapitalist*innen erarbeitet, Milliarden haben sie sich eingesteckt als Gewinne und liessen uns auf den Kosten der Medizin sitzen und verrecken, verursacht vom Zwang dazu, Lohnarbeit für sie leisten zu müssen.

Letztes Jahr, am 05.11.2025 hat der Bundesrat schliesslich bestimmt, dass die staatiliche Unfall- und Arbeitskrankheits-Versicherung SUVA einen Teil ihres Gewinnes in einen Fonds für gesundheitliche Folgen von Asbest einzahlen wird. In die SUVA zahlen die Arbeiter*innen einen Teil ihres Lohnes ein, wenn sie in einem Betrieb angestellt sind. Somit werden die Gesundheitskosten erneut auf uns abgewälzt, ohne dass sich die Kapitalist*innen, Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen der Konzerne und Unternehmen, die wissentlich ihre Arbeiter*innen dem Asbest ausgesetzt haben, dafür verantworten müssen. Damit folgt der Staat schon wieder dem altbekannten neoliberalen Muster, dass die Gewinne, die wir erwirtschaften, privatisiert werden, und die Krisen und deren Kosten auf die Allgemeinheit, auf uns alle abgewälzt wird.

Somit werden wir doppelt ausebeutet und geschädigt: Wir werden systematisch krank gemacht, und kommen dann auch noch für diese Schäden selber auf! Was für eine Dreistigkeit! Zerschlagen wir diese Konzerne, enteignen wir deren Kapitalist*innen und holen wir uns unsere Rechte!


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