Bereits heute kriminalisiert der Schweizer Staat Arbeiter*innen allein deswegen, dass wir Existieren: Wer nicht einen Schweizer Pass vererbt bekommt, hat keine Selbstbestimmung, und wer keinen Aufenthaltstitel hat, darf nicht einmal leben. Das System spaltet uns mit Nationalität und Patriotismus, um uns in Hierarchien der gegenseitigen Unterdrückung und Ausbeutung zu zwingen.

Es sind die Bürgerlichen, die daran interessiert sind, dass Menschen unterdrückt sind, sodass sie diese unter menschenunwürdigen Verhältnissen und kaum Lohn für sich arbeiten lassen können. Es sind die Bürgerlichen, die daran interessiert sind, dass wir uns nicht im Licht des Systems bewegen können, sondern für das Radar der Behörden unsichtbar bleiben müssen, um uns ein Zuhause und Nahrung leisten zu können. Denn wer sich ohne Schweizer Nationalität beim Staat Hilfe ersucht, wird entmenschlicht, eingeknastet und vom System so zerrieben, dass selbst jene, die vor politischer Verfolgung und Ermordung geflohen sind, keinen anderen Ausweg mehr als den Suizid finden, um der Deportation, Folter und Hölle der Kapitalist*innen zu entgehen.

Rest in Power, Yassar Akkoyun.

Gefunden am 10. Januar 2026 im Zugersee, nach einem negativen Asylentscheid und bevorstehender Deportation in die Türkei.

Die 10-Millionen-Initiative der SVP will diese ohnehin bereits grausamen, von den Bürgerlichen verursachten Lebensumstände noch weiter ins Endlose verschlimmern: Das Leben von vorläufig aufgenommen Menschen soll damit noch weiter kriminalisiert werden, und mit der geforderten Kündigung der Personenfreizügigkeit werden die ohnehin prekären Arbeitsbedingungen noch ins Endlose verschlechtert. Gleichzeitig werden damit die Sozialversicherungen keine oder nur noch verminderte Leistungen mehr für alle Arbeiter*innen erbringen, mit der Ausnahme von jenen unter uns, die zufällig den Schweizer Pass haben. Die Initiative öffnet Tür und Tor für Sklavenarbeit, Menschenhandel und extremer Prekarisierung unserer Leben, sie schürt Rassismus und verschlimmert die extreme Hierarchisierung der Gesellschaft noch weiter. Die Reichen erzählen uns, „Ausländer*innen“ beraubten Schweizer*innen um den Wohlstand, währenddessen sich die Kapitalist*innen jene Millionen- und Milliardengewinne in die Taschen stecken, die wir mit unserer Arbeit erbracht haben.

Diese rassistische Initiative steht auch nicht für sich alleine: Mit der elektronischen Massenüberwachung und der zentralen Erfassung unserer Daten mit der E-ID hat der Staat nun zahlreiche Mittel, um unser Leben zu kontrollieren und Repression auszuüben und setzt diese auch bereits ein. Damit haben sich die Bürgerlichen die Möglichkeit zur Durchsetzung solcher menschenentwürdigenden Vorlagen, darunter die Deportationsinitiative im Jahr 2010, die GEAS-Reform von 2024 oder im Kanton Bern auch das im Dezember 2025 beschlossene Verbot für Sans-Papiers, in Notschlafstellen zu übernachten, zugesichert und ihre herrschende Macht über uns noch weiter ausgebaut und gefestigt – und gleichzeitig haben sie uns weiter entrechtet.

Dieser Staat ermordet uns. Verwehren wir uns diesem System des Kapitals, verwehren wir uns dem Hass der Bürgerlichen, bekämpfen wir den Bullenstaat und den Faschismus! Unser Leben ist kein Überschreiten, unser Dasein hat keinen Grenzwert:

Kampf der weiteren Kriminalisierung unserer Existenz!

Nein zur 10-Millionen-Initiative!


“«kein Mensch ist illegal» Berlin 2016” by Ittmust, CC BY 2.0


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